Sonderausstellung
LP-Covergestaltung – Der Klang von Südfünen
Im Rockmuseum würdigen wir nicht nur den Klang der Musik, sondern auch alles, was sie umgibt.
Als „Aquarium“ im März 1997 auf den Markt kam, dauerte es nur eine Woche, bis die erste Million CDs verkauft war. Das hätte man nicht vorhergesagt, wenn man nur die Kritiken in den dänischen Tageszeitungen gelesen hätte. Dort erhielt das Debütalbum im „Ekstra Bladet“ sogar 0 Sterne. Doch „Aquarium“ zeigt gerade, dass kommerzieller Pop mächtig ist, erklärt Rasmus Rosenørn:
„Die Kritiker haben den superpoppigen Stil von Aqua und ihren verrückten Look einfach nicht verstanden, aber genau das kam bei den Jugendlichen super an. Das ist ein Muster, das sich in der Geschichte immer wieder wiederholt und im Fall von Aqua besonders deutlich zu erkennen ist. Ihre Mischung aus Eurodance und Kaugummi-Pop war kein besonders anerkanntes Genre, obwohl es Ende der 90er Jahre eine ganze Welle dänischer Künstler gab, die diesen Stil erfolgreich pflegten“, sagt Rasmus Rosenørn.
Die Liste der beliebten dänischen Künstler der 90er Jahre wie Daze, Toy-Box und Hit ‘n’ Hide, die vom Erfolg von Aqua mitgerissen wurden, ist lang. Auch sie haben einen Platz im neuen Museumsuniversum gefunden – mit einer Jukebox voller Sounds der 90er Jahre und zeitgenössischen Musikvideos.
Dancepop. Eurotrash. Kaugummi-Pop. Die Musik von Aqua hat viele Bezeichnungen, aber in keiner davon kommt das Wort „Rock“ vor. Warum widmet das Rockmuseum Aqua und der Welle dänischer Kaugummi-Pop-Künstler der späten 90er Jahre überhaupt Aufmerksamkeit?
Dafür hat Museumsdirektor Rasmus Rosenørn eine Erklärung:
„Mit der Ausstellung ‚Aquarium‘ unterstreichen wir, dass das Rockmuseum kein genrespezifisches Museum ist. Der Name geht vielmehr auf die DNA des Rocks selbst zurück. Er ist eine Würdigung der enormen Bedeutung, die der Rock ab den 1950er Jahren erlangte, als er als Teil der Popkultur der Jugend eine neue, globale Sprache gab, die die Welt veränderte. Ebenso sehen wir spätere gesellschaftsverändernde Kräfte in der Disco-Musik, im Folk und im Punk sowie in der hyperkommerziellen Popkultur, für die Aqua steht“, sagt Rasmus Rosenørn.